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Supersymmetrie

Supersymmetrie (SUSY) ist eine vorgeschlagene Symmetrie der Natur, die jedes paart Fermion (ein Materieteilchen mit halbzahligem Spin) mit einem Boson (ein Kraftteilchen mit ganzzahligem Spin) und umgekehrt. Es ist die am meisten untersuchte Erweiterung des Standardmodells und attraktiv, weil eine einzige Idee mehrere der tiefgreifendsten Rätsel des Modells gleichzeitig lösen würde. Trotz jahrzehntelanger Suche konnte bisher kein Superpartner gefunden werden.

Superpartner

SUSY verdoppelt den Partikelgehalt. Jedes Fermion erhält einen bosonischen Partner mit dem Präfix „s-“ (das Elektron → Selectron, das Quark → Squark), und jedes Boson erhält einen fermionischen Partner mit dem Suffix „-ino“ (das Photon → photino, das Gluon → gluino, das Higgs → Higgsino). Partner unterscheiden sich im Spin genau um die Hälfte. Wäre die Symmetrie exakt, hätte jeder Superpartner die gleiche Masse wie sein Zwilling – was experimentell ausgeschlossen ist, also muss SUSY sein spontan gebrochen, was die Superpartner zu höheren, noch nicht beobachteten Massen drängt.

Das Hierarchieproblem

SUSYs stärkste Motivation ist das Hierarchieproblem. Im Standardmodell sind die Quantenkorrekturen der Masse des Higgs-Bosons enorm – und treiben sie naiverweise in Richtung der Planck-Skala, etwa 1017 mal schwerer als sein gemessener Wert von 125 GeV. Um es locker zu halten, ist eine außergewöhnliche, ungeklärte Absage erforderlich. Die Supersymmetrie liefert diese Aufhebung automatisch: Die Korrektur jedes Teilchens wird durch eine gleich-entgegengesetzte Korrektur seines Superpartners aufgehoben, da Bosonen und Fermionen mit entgegengesetzten Vorzeichen in die Berechnung eingehen. Diese natürliche Stabilisierung ist der Grund, warum SUSY jahrzehntelang der bevorzugte Weg über das Standardmodell hinaus war.

Dunkle Materie und Vereinigung

SUSY bietet zwei weitere Boni. In vielen Versionen der leichteste Superpartner – oft der neutralino – ist stabil, elektrisch neutral und schwach wechselwirkend, was es zu einem hervorragenden Kandidaten für macht dunkle Materie. Und wenn die Stärken der elektromagnetischen, schwachen und starken Kräfte auf hohe Energie extrapoliert werden, führt das Hinzufügen von Superpartnern dazu, dass sich die drei Kopplungen an fast genau einem Punkt treffen, was auf eine große Vereinheitlichung hindeutet, die das Standardmodell allein nur knapp verfehlt.

Der experimentelle Status

Der Large Hadron Collider hat intensiv nach Superpartnern gesucht und keinen gefunden, wodurch die unteren Massengrenzen für Squarks und Gluinos auf über etwa 1–2 TeV angehoben wurden. Diese Nullergebnisse belasten das Argument der „Natürlichkeit“: Je schwerer die Superpartner sein müssen, desto weniger effektiv lösen sie das Hierarchieproblem. Supersymmetrie ist daher nicht ausgeschlossen – ihre gebrochene Form ermöglicht ein breites Spektrum an Massen –, aber ihre einfachsten, natürlichsten Versionen werden jetzt abgelehnt, und auf dem Gebiet wird aktiv darüber debattiert, ob die Idee in irgendeiner Form überlebt oder beiseite gelegt werden sollte.

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Referenzen und weiterführende Literatur